Am Mittwoch, den 14. Januar 2026, fand am Oberstufenzentrum Strausberg eine besondere Informationsveranstaltung statt, die den Schülern einen tiefen Einblick in die aktuellen Krisengebiete der Welt ermöglichte. Von 09:00 bis 14:30 Uhr referierte Hauptmann Clemens Makagon, ein Jugendoffizier der Bundeswehr, im Rahmen einer umfassenden Präsentation über die Komplexität moderner Konflikte. Der Fokus des Tages lag dabei auf drei zentralen Themenfeldern: dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, den aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten sowie der allgemeinen Veränderung der Kriegsführung in der heutigen Zeit.
Die Veranstaltung begann mit einer offenen Einstiegsrunde zur Bundeswehr, bevor Hauptmann Makagon die Brücke zur Geopolitik schlug. Er erläuterte eindringlich die Verbindung von Politik, Geschichte und Geografie, um die Ursachen des Ukraine-Krieges verständlich zu machen. Dabei blickte er zurück auf die Maidan-Proteste und die historische Entscheidung von 1954, als die Krim der Ukraine vertraglich zugesprochen wurde. Besonders anschaulich wurde die strategische Lage durch Satellitenbilder, die zeigten, wie Russland bereits vor der Invasion eine Schlinge um die Ukraine legte. In diesem Zusammenhang wurde der Begriff des hybriden Krieges erklärt, der verdeutlichte, dass moderne Aggressionen nicht nur auf dem Schlachtfeld, sondern auch massiv im digitalen Raum als Cyberkrieg stattfinden. Während Russland derzeit nach außen hin stark destabilisiert wirkt, bereitet es sich laut Makagon intern durch Programme wie die Festung Russland auf eine lange Konfrontation vor und sucht sich weltweit neue Partner.
Ein weiterer gewichtiger Teil des Vortrags widmete sich der Frage, was aktuell i m Nahen Osten passiert. Ausgehend von den Ereignissen des 7. Oktobers in Israel analysierte der Hauptmann die Lage im Gazastreifen. Ein zentrales Thema war hierbei das komplexe Tunnelsystem unter Gaza, das von der Hamas als unüberwachtes Netzwerk für Waffentransporte genutzt wird, für die Zivilbevölkerung jedoch oft der einzige Weg ist, um in der Isolation an lebensnotwendige Güter zu gelangen. Diese Situation führt zu moralischen Dilemmata, insbesondere wenn es um die Sprengung solcher Tunnel geht. Auch die Rolle internationaler Akteure wie des Iran, der im Süden aktiv wird, sowie die technologische Überlegenheit durch Abwehrsysteme wie den Iron Dome wurden thematisiert. Geschichtliche Hintergründe wie der Sechstagekrieg von 1967 und die kolonialen Grenzziehungen durch England und Frankreich halfen den Schülern dabei, die tief verwurzelten Ursachen des Israel-Palästina-Konflikts besser einzuordnen.
Zum Abschluss der Präsentation wurde der Begriff des modernen Krieges konkretisiert. Hauptmann Makagon zeigte auf, wie Technik die Art der Gefechtsführung grundlegend ändert, was sich beispielsweise in gezielten Anschlägen auf Führungspersonen wie Fuad Schukr widerspiegelt. Die Folgen dieser Konflikte sind weltweit spürbar, sei es durch die massive Flüchtlingsbelastung der Nachbarländer oder die totale Abhängigkeit der Infrastruktur, wie etwa bei der Stromversorgung im Gazastreifen. Die Schüler nahmen den Vortrag sehr positiv auf, da der Jugendoffizier die ernsten Themen durch eine humorvolle und spannende Art sowie durch den Einsatz von Metaphern sehr gut vermittelte. Er beantwortete alle Fragen ausführlich und gab zum Ende Empfehlungen für Dokumentationen wie 21 Days in Mariupol ab, um das Erlernte selbstständig zu vertiefen.